Auf ein Wort / Lesepredigten
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11. Sonntag nach Trinitatis
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9. Sonntag nach Trinitatis
8. Sonntag nach Trinitatis
4. Sonntag nach Trinitatis
2. Sonntag nach Trinitatis
1. Sonntag Nach Trinitatis
Trinitatis
Quasimodogeniti
Karfreitag 2022
Palmsonntag
Predigt zu Johannes 17, 1ff
Was kann ich in diesen Tagen noch glauben, was noch hören bei so vielen Worten die in Talkshows gesagt werden. Es sind Vorwürfe, Forderungen, Verdächtigungen, selten Entschuldigungen, selten Versöhnendes.
Das aber alles nicht erst durch und in Bezug auf den Krieg in der Ukraine, sondern auch schon vorher durch zwei Jahre Pandemie hindurch und darüber hinaus so viele belanglose Worte, die einfach nur die Kanäle und Talkshows füllen.
Umso mehr tut mir der Gedanke gut, den ich in einem Predigtartikel (siehe Lesepredigt VELKD) gelesen habe: Es gibt Worte, die mir in das Mark gehen. Worte, die alles verändern: (Manchmal sind es gute, manchmal aber auch schlimme Worte): »Ich liebe dich!« »Ich verlasse dich!« »Komm her, mein Freund« »Hau ab, du Penner!«
Wenige dieser prägnanten Worte genügen, um die Tür in das Land
der Erinnerung zu öffnen. Plötzlich erleben wir wieder das Glück der
ersten Liebe, den Schmerz der Trennungen unseres Lebens, das Ent -
setzen über erlebten Verrat, die Dankbarkeit für echte Freundschaft.
Oder auch Worte, die zerstören und Türen zuschlagen.
Und so gleich dachte ich nach über Worte und Sätze, die mir gutgetan haben: Du bist ein netter Kollege. Weil Du das machst, darum mache ich es mit. Das solltest Du machen, weil Du es kannst.
Es sind zusprechende Worte, die mir Kraft gegeben haben und vielleicht geht es Ihnen/ Euch ja ähnlich.
An solche Worte bin ich erinnert durch diesen Predigtartikel, den ich im Internet fand, wo sonst so viel zu lesen ist, was mir eigentlich nicht wirklich hilft.
Und da der Hinweis, dass in unserem heute zu lesenden Predigttext ebensolche besonderen Worte stehen.
Es ist ein Text, den ich schon zur Seite gelegt hatte.
Ein Abschnitt aus dem Johannesevangelium, der so schwer nachzuvollziehen, zu verstehen, zu predigen ist.
Und dann dachte ich, ja, vielleicht ist es einfach auch nur ein Satz, ein Gedanke daraus, der mich anrührt und vielleicht auch Sie/ Euch:
So habe ich ihn noch einmal zur Hand genommen und gelesen:
Text(ausschnitt):
Nach diesen Worten sah Jesus zum Himmel auf und betete: »Vater, die Zeit ist da! Lass jetzt die Herrlichkeit deines Sohnes sichtbar werden, damit der Sohn deine Herrlichkeit offenbart.
2 Du hast ihm ja Macht über die Menschen gegeben, damit er allen das ewige Leben schenkt, die du ihm anvertraut hast.
3 Und genau darin besteht das ewige Leben: dich, den einen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.
Da bin ich dann hängengeblieben.
Bei diesem letzten Satz. Dieser und auch die vorhergehenden und nachfolgenden hätte ich als Konfirmand gar nicht lesen/ verstehen können. Aber Johannes hatte ja auch keine Konfirmanden vor Augen, sondern eine Gemeinde, die in ihrem Glauben wohl eher verunsichert war, die darum rang, Jesus als Messias zu bekennen und darum heftigen Widerstand erfuhr.
Es sind Sätze, mit denen Johannes seine Gemeinde ermutigen wollte
Sätze, von denen er glaubte, dass Jesus sie den Jüngern zugesagt hat und das in einem öffentlichen Gebet.
Jesus wusste, was ihm bevorstand und dass für seine Jünger die Zeit kommen wird, in der sie auf sich gestellt sind und an allem zweifeln werden.
Aber das kennt auch ein Jugendlicher im Konfirmandenalter, das kennt jeder Mensch: Zweifel.
Zweifel am eigenen Leben, Zweifel an Gottes Güte, ja Zweifel an Gott selbst und damit plötzlich allein zu sein.
Mitten in solchen Zweifeln ein Wort zugesprochen bekommen, das hilft, das die Augen öffnet, dass ich etwas erkenne, was vorher nicht sichtbar war, so ein Wort kann lebensverändernd wirken.
Solche lebensverändernden Worte, glaube ich, kann ich mir nicht selbst sagen, wie ich mich selbst nicht aus dem Sumpf ziehen kann. Das gelang höchstens Münchhausen, dem Lügenbaron.
Wenn ich mir also nicht nur etwas einreden will, sondern ein Wort brauche, das mir hilft, dann muss dieses Wort irgendwoher kommen, von einem Gegenüber. Manchmal ist das ein anderer Mensch, ein guter Freund. So jedenfalls verstehe ich Johannes. Er erzählt, dass das Wort von Gott kam und in die Welt ging und das Wort lebendig wurde.
Das drückt Johannes sehr poetisch aus und meinte, dass Jesus dieses menschgewordene Wort Gottes ist.
Jesus, ein gegenüber, mit dem ich etwas anfangen kann, wo ich Gottes Botschaft sehe, sehe, wie Gott ist und wie wir Menschen sein können:
Einander vergebend, einander ermutigend, einander tröstend, einander helfend, einander sättigend, einander heilend, einander vergebend, ja mehr noch oder das alles in allem: in Güte und Liebe, gewaltlos die Welt heilend.
Das klingt freilich ziemlich pazifistisch. Aber das ist die Botschaft am Palmsonntag: Jesus zog ein in Jerusalem reitend auf einem Esel, ja einem Füllen eines Esels. Das tat er, nicht weil kein anderes Reittier da war, sondern weil man mit einem Esel, erst recht mit einem jungen Esel nicht in den Krieg ziehen kann. Esel sind Kriegsuntauglich (NB: und so viel gescheiter als mancher Mensch!)
Was für eine Herrlichkeit sich da zeigt. Und was wir darin erkennen können. Den einen wahren Gott und Jesus Christus, den du gesandt hast.
Jesus hat Worte vom Frieden gesagt. Sie stehen in der Bergpredigt und derzeit unübersehbar an unserem Kirchturm und in der Kirche im Altarraum: Selig sind, die Frieden stiften.
Es sind Worte, die ihre Kraft entfalten konnten, weil Jesus sie gelebt hat, bis zur letzten Konsequenz, wie wohl kein anderer.
So bin ich erinnert: Sätze und Worte haben dann ihre Bedeutung, entfalten ihre Kraft, wenn sie nicht ohne Folgen, ohne Taten bleiben.
An den Taten werden wir den Wahrheitsgehalt die Gültigkeit der Worte messen.
So haben Worte nicht nur Kraft, mir zu helfen, über Zweifel hinweg Brücken zu bauen. Worte haben die Kraft, die Welt zu verändern.
Worte können Menschen umkehren lassen.
Worte können einen Menschen zu Gott führen.
Und darin, in diesem Erkennen Gottes zeigt sich das ewige Leben. Ich verstehe es so, dass alles, was mit Gott zu tun hat, was auf der Seite Gottes ist, das hat etwas Ewiges. Es wird in Gottes Welt eingehen, Bestand haben.
Krieg gehört nicht dazu.
Und so, wie hier erzählt wird, dass Jesus in diesem letzten Auftreten vor seiner Gefangennahme öffentlich gebetet hat (anders als sonst in der Stille und Abgeschiedenheit), so will ich es auch verstehen als eine Aufforderung als Christ und für unsere Gemeinde, unsere Kirche, öffentlich Farbe zu bekennen für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Das ist kein Programm aus der Vergangenheit der 80iger Jahre, wie manche auch in unserer Kirche meinen, das ist das Programm für Christenmenschen, die den Worten Jesu Taten folgen lassen. Amen.