Auf ein Wort / Lesepredigten
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Silvester 2024
1. Weihnachtstag 2024
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Ewigkeitssonntag_2023
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Zur Eröffnung der Friedensdekade
22. Sonntag nach Trinitatis
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21. Sonntag nach Trinitatis
20. Sonntag nach Trinitatis
Erntedank
11. Sonntag nach Trinitatis 2023
10. Sonntag nach Trinitatis 2023
7. Sonntag nach Trinitatis 2023
6. n. Trin
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Exaudi 2023
Quasimodogeniti 2023
Karfreitag 2023
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Sonntag Invokavit
Sonntag Sexagesimae
letzter Sonntag nach Epiphanias
2. Sonntag nach Epiphanias.
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18. Sonntag nach Trinitatis
17. Sonntag nach Trinitatis
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13. Sonntag nach Trinitatis
11. Sonntag nach Trinitatis
10. Sonntag nach Trinitatis/ Israelsonntag
9. Sonntag nach Trinitatis
8. Sonntag nach Trinitatis
4. Sonntag nach Trinitatis
2. Sonntag nach Trinitatis
1. Sonntag Nach Trinitatis
Trinitatis
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Palmsonntag
Sonntag Judika
Sonntag Lätare
Sonntag Okuli
Friedensgebet am 25. Februar
2. Sonntag vor der Passionszeit
3. So. vor der Passionszeit
4. So. vor der Passionszeit
letzter Sonntag nach Epiphanias
3. Sonntag nach Epiphanias
2. Sonntag nach Epiphanias
1. Sonntag nach Epiphanias
1. Sonntag nach Weihnachten
Neujahr
Predigt zur Wiedereröffnung von St. Marien
Silvester 2021
1. Weihnachtstag
Christnacht
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Vorletzter Sonntag 2021
Gedanken zum Predigttext 2. Kor 5, 1-10
Manche von Ihnen kennen wohl die vertraute Melodie der Zuckerfee aus der Nussknackersuite die immer erklang, wenn im 1. DDR-Fernsehen Willy Schwabe die Treppe hinauf ging in die Rumpelkammer. Dort angekommen war ich dabei, als er ein altes Filmplakat herauszog und anschließend ein Ausschnitt aus einem alten UFA.-Film zu sehen war.
Und auch all die anderen liebevoll zusammengestellten Artefakte einer vergangenen Film Ära versprachen immer einen kurzen Moment des Abtauchens in eine andere Welt. Als Kind habe ich es geliebt, in so eine andere Welt einzutauchen.
Für mich waren es die alten Filme, die mich für einen kurzen Moment herausführten aus dem realexistierenden Sozialismus.
Und heute, wenn ich die Bilder von Flüchtlingen auf dem Weg oder an den Grenzen der EU sehe, oder die sich zur Dauerschleife entwickelnde Coronapandemielage oder die schmelzenden Gletscher Alaskas oder, oder, oder …
geht es mir ein wenig, wie damals:
Ich mache es also mitunter wie früher, ja geradezu wie Willy Schwabe: ich steige die Treppen hinauf auf den Dachboden, setze mich in einen der sieben Kinositze und lege einen Film ein, gern auch einen, den ich schon kenne, da gibt es keine zu aufregenden Überraschungen mehr.
Mitunter ziehe ich mich auch an die Modelleisenbahnanlage zurück auf der ich die Welt im Maßstab 1:120 so gestalten kann, wie sie mir gefällt.
Vielleicht haben Sie ja auch irgend so eine Strategie der Welt zu entfliehen. Und das wäre gut paulinisch, wie wir in der heute zu bedenkenden Lesung gehört haben. Die Verhältnisse in der Welt, zur Zeit des Paulus waren nicht wirklich komfortabler als heute, im Gegenteil: Anfeindungen, Verfolgung, Verunglimpfung seiner Person auch unter den Christen in Korinth, die Auseinandersetzung mit ihnen, die in diesem Brief offenkundig sind, stehen dafür. Im Bild ist es bei Paulus das irdische Haus, diese Hütte, die abgebrochen wird und die Sehnsucht nach einer Behausung, die vom Himmel ist.
Mit diesem Briefabschnitt, so fällt mir auf, macht er es ein bisschen wie ich, wie wir alle. Sich aus der Zeit, aus den Gegebenheiten, aus alldem, was beschwert und belastet herauslösen.
Allerdings muss Paulus zugestehen, das er deutlich mutiger, kühner, bewegter ist als ich. Während ich und gewiss jeder von uns ab und an entflieht, entflieht Paulus nicht. Er stellt sich der Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit.
Er schreibt Briefe, später werden es seine Schüler sein, die weiterschreiben. Er sucht Argumente, Begründungen, Wege für den Glauben an die neue Welt Gottes.
Wesentlich ist, er sieht diese neue Welt vor sich. Der Geist hebt ihn heraus aus dem was ist in das, was werden kann.
Und da trifft Paulus bei mir einen Nerv. Ja immer wieder will ich genau das so träumen, keinesfalls bezogen auf ein Jenseits, sondern auf das Diesseits.
Vor einem Jahr, es war gerade die heiße Wahlentscheidungsphase in den USA stellte ich mir vor, wie er sein könnte, der letzte Arbeitstag von Donald Trump. Er war da noch längst nicht sicher, doch dann kam dieser letzte Tag und Donald ging.
Und es kam, es kommt manches, das mich und viele in der Welt aufatmen lässt.
Und so mag ich nicht müde werden, und gern immer wieder den kühnsten Fantasien weiter Raum geben:
Die Patriarchen von Moskau und Minsk laden sie ein: Und dann sitzen die beiden Wladimir Putin und Alexander Lukaschenka sichtlich sich nicht ganz wohlfühlend jeweils auf einem Sessel. Und Patriarch Kyril 1. fängt an zu sagen: „So ein Tee tut doch gut in der Kälte. So kalt war es in Palästina nie, wie es jetzt bei uns ist, doch Jesus wäre bei einer solchen Kälte sofort losgegangen und hätte literweise Tee gekocht und andere wären mitgekommen und hätten ausgeteilt und er hätte Feuerschalen und Wärmezelte aufgestellt gemeinsam mit den anderen und dann am Feuer hätten sie überlegt, was sie nur tun können, um den Vielen zu helfen. Und es hat sich rumgesprochen bis nach Tour zu Martin, der dort seinen Militärdienst ableistete. Das er plötzlich wusste, was er tun muss. Und es hat sich rumgesprochen in der ganzen Christenheit bis hierher zu uns nach Belarus. Und wenn die Christen in der EU schon nicht recht wissen, was sie machen können, wenn sie sich nicht trauen mit euch zu sprechen, dann könnt ihr doch etwas machen.
Zeigt ihnen doch, dass ihr die Martinsgeschichte verstanden habt.“
Keine Vorwürfe, keine Zurechtweisungen, keine frommen Worte, wenn man diese nicht als fromm bezeichnen will.
Wladimir und Alexander schauen sich etwas betreten an.
Eine Weile des Schweigens folgt. Dann, als hätte er einen Plan sagt Putin: Na, da wollen wir mal.
Natürlich, liebe Gemeinde, sind das Hirngespinste, wie Sie schon einige von mir gehört haben. Aber blanker Realismus tötet als erstes die Sehnsucht. Ich möchte meinen Fantasiebildern Raum geben. Ich möchte mich einer Gegenbewegung gegen alles Todbringende anschließen. Das hilft mir und richtet auch meinen Blick aus. Nämlich die Welt, die kommt, ist nicht die Welt die ist.
Oder auf den Himmel bezogen, wie Kurt Marti dichtete: Der Himmel der ist, ist nicht der Himmel der kommt.
Für mich heißt das nicht auf der Couch sitzen und warten.
Und vielen geht es inzwischen ebenso. Vor allem viele junge Leute sind für mich Vorbilder.
In welch kurzer Zeit haben sich viele verabschiedet von einem Lebensstil ihrer Eltern. Ja, das war vermutlich schon immer so, aber jetzt sehe ich es besonders deutlich: 27 Prozent der Jugendlichen bis 27 Jahre verzichten auf Fleisch und fleischliche Produkte, wenn ich die Nachrichten richtig vernommen habe. Manche tun es aus ethischen Gründen, andere aus Umweltgründen. Egal, sie tun etwas. Sie verzichten. Und es werden mehr.
Und so gibt es eine ganze Bewegung von Umkehrenden.
Umkehr im Hinblick auf die Art sich Fortzubewegen, Umker in den Ansprüchen an Wohnen, Kleidung usw.
Umkehr vor allem auch im Denken im Hinblick auf Menschen, die in ihrer Geschlechterrolle eher divers sind, Umdenken im Blick auf Menschen anderer Herkunft, anderen Glaubens.
Rabbi Jaakow sagt: Schöner ist eine einzige Stunde der Umkehr und gute Taten in der hiesigen Welt als das ganze Leben der kommenden Welt; und schöner eine einzige Stunde der Erquickung in der kommenden Welt, als das ganze Leben der hiesigen Welt.
Und Paulus selbst ist beredtes Beispiel für Umkehrende, ein immer wieder mit sich und Gott ringender, allezeit aber gewiss von Gott gehalten ummantelt, geborgen zu sein.
Und so ist sein Brief ein Ruf und eine Ermutigung zur Umkehr zur Gegenbewegung gegen Todbringendes im Jetzt und mit Blickrichtung auf die neue Welt Gottes.
Und was jene Nichtumkehrenden oder Umkehrwilligen anbelangt, so manch Mächtigen in der Welt, werden jene keinen Bestand haben. Oder genauer: ihre verwerflichen Taten werden keinen Bestand haben. Dafür steht Gott ein. Und so mag ich gern die Gedanken des Liedes von Kurt Marti teilen in dem es weiter heißt:
Der Himmel, der kommt, das ist der kommende Herr,
wenn die Herren der Erde gegangen.
Der Himmel, der kommt, das ist die Welt ohne Leid,
wo Gewalttat und Elend besiegt sind.
So soll es sein. Amen