Auf ein Wort / Lesepredigten
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Estomihi_2025
Sexagesimae_2025
Septuagesimae_2025
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letzter So. nach Epiphanias
3. Sonntag nach Epiphanias
Silvester 2024
1. Weihnachtstag 2024
Christvesper 2024
4. Advent 2024
1. Advent_2024
Ewigkeitssonntag_2024
Vorletzter Sonntag_2024
Drittletzter Sonntag_2024
22. Sonntag nach Trinitatis_2024
21. Sonntag nach Trinitatis_2024
20. Sonntag nach Trinitatis 2024
Erntedank
18. Sonntag nach TRinitatis_2024
16. Sonntag nach Trinitatis
15. Sonntag nach Trinitatis_2024
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12. Sonntag nach Trinitatis_2024
10. Sonntag nach Trinitatis_2024
9. Sonntag nach Trinitatis_2024
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5. Sonntag nach Trinitatis_2024
4. Sonntag nach Trinitatis_2024
3. Sonntag nach Trinitatis_2024
1. Sonntag nach Trinitatis_2024
Trinitatis_2024
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Jubilate_2024
Quasimodogeniti_2024
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Letzter So. nach Epiphanias 2024
3. So. nach Epiphanias 2024
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Epiphanias 2024
Neujahr 2024
Silvester
1. Weihnachtstag 2023
Christvesper
4. Advent - Heilig Abend
3. Advent 2024
1. Advent 2024
Ewigkeitssonntag_2023
Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres
Zur Eröffnung der Friedensdekade
22. Sonntag nach Trinitatis
Reformationstag 2023
21. Sonntag nach Trinitatis
20. Sonntag nach Trinitatis
Erntedank
11. Sonntag nach Trinitatis 2023
10. Sonntag nach Trinitatis 2023
7. Sonntag nach Trinitatis 2023
6. n. Trin
Pfingstsonntag 2023
Exaudi 2023
Quasimodogeniti 2023
Karfreitag 2023
Gründonnerstag 2023
Palmsonntag 2023
Sonntag Judika 2023
Sonntag Invokavit
Sonntag Sexagesimae
letzter Sonntag nach Epiphanias
2. Sonntag nach Epiphanias.
Silvester 2022
1. Weihnachtstag
Heilig Abend
3. Advent
Ewigkeitssonntag
Wort zum Volkstrauertag
Vorletzter Sonntag
18. Sonntag nach Trinitatis
17. Sonntag nach Trinitatis
15. Sonntag nach Trinitatis
14. Sonntag nach Trinitatis
13. Sonntag nach Trinitatis
11. Sonntag nach Trinitatis
10. Sonntag nach Trinitatis/ Israelsonntag
9. Sonntag nach Trinitatis
8. Sonntag nach Trinitatis
4. Sonntag nach Trinitatis
2. Sonntag nach Trinitatis
1. Sonntag Nach Trinitatis
Trinitatis
Quasimodogeniti
Karfreitag 2022
Palmsonntag
Sonntag Judika
Sonntag Lätare
Sonntag Okuli
Friedensgebet am 25. Februar
2. Sonntag vor der Passionszeit
3. So. vor der Passionszeit
4. So. vor der Passionszeit
letzter Sonntag nach Epiphanias
3. Sonntag nach Epiphanias
2. Sonntag nach Epiphanias
1. Sonntag nach Epiphanias
1. Sonntag nach Weihnachten
Neujahr
Predigt zur Wiedereröffnung von St. Marien
Silvester 2021
1. Weihnachtstag
Christnacht
Heilig Abend
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2. Advent
1. Advent
Ewigkeitssonntag
Vorletzter Sonntag 2021
Drittletzer Sonntag 2021
Reformationstag 2021
20. So. n. Trinitatis
19. So. n. Trinitatis
Erntedank, 3. Oktober 2021
17. So. n. Trinitatis
Wiedereröffnung Kirchturm St. Marien
12. So.n. Trinitatis
11. So.n. Trinitatis
9. So. nach Trinitatis
6. So. nach Trinitatis
5. So. nach Trinitatis
4. So. nach Trinitatis
3. So. nach Trinitatis
1. So. nach Trinitatis
Trinitatis
Jubilate
Miserikordias Domini
Ostern
Karfreitag
Gründonnerstag
Sonntag Judika
Sonntag Lätare
Sonntag Reminiszere
Sonntag Estomihi
Sonntag Sexagesimae
Letzter Sonntag nach Epiphanias
2. So. nach Epiphanias
1. So. nach Epiphanias
Epiphanias
2. So. nach Weihnachten
1. Weihnachtstag
Krippenspiel am Heilig Abend 2020
Besinnung zu Heilig Abend
Gedanken zum Predigttext am 4. Advent
Wort zum Nikolaustag
Wort zum Ewigkeitssonntag
Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres
Gottesdienst zum Beginn der Friedensdekade
18. Sonntag nach Trinitatis
11. Sonntag nach Trinitatis
Predigt zu Lukas 18, 9-14
In dieser Rolle habe ich mich noch nie befunden: Ich sitze neben einigen anderen und begreife sofort: Mir gegenüber sind die Angeklagten mit ihren Verteidigern. Links auf der Bak der Staatsanwalt, rechts neben uns der Platz für den Richter.
Und ich- Gott sei Dank nur in der Rolle des Geschworenen.
Angeklagter sein, das wäre gar nicht auszudenken.
In diesem Augenblick öffnet sich die Tür und der Richter tritt ein.
In roter Robe, ein Barett auf dem Kopf, geht er durch den Saal. Alle Anwesenden haben sich erhoben. Als er an seinem Platz angekommen ist, schaut er in die Runde und sein Blick trifft mich völlig unvorbereitet.
Mir zittern für einen Moment die Knie, als ob ich der Angeklagte wäre.
Der Richter nimmt Platz, alle anderen Anwesenden ebenso.
Der Richter legt sein Barett ab, dann verkündet er mit sonorer Stimme:
Demut gegen Hochmut – Berufungsprozeß letzte Instanz.
Dann verliest er die Anklageschrift oder besser gesagt den bis dato geltenden Ermittlungsstand auf dessen Grundlage der Grieche Lukas sein Urteil fällte:
Dem hier anwesenden Herrn Pharisäer wird maßlose Überheblichkeit vorgeworfen. Zeugen bekunden glaubhaft, er hätte im Gebet geäußert, dass er Gott dankbar sei, dass er nicht sei wie andere Menschen, kein Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder wie jener Zöllner, der sich im gleichen Raum des Tempels aufhielt. Hinzu soll er noch vernehmlich geprahlt haben dass er zweimal in der Woche faste und dem Tempel den Zehnten Teil seines Einkommens gebe.
Damit scheint der Tatbestand des Hochmutes dargelegt.
Im Gegensatz dazu wird glaubhaft bezeugt, dass der zur gleichen Zeit anwesende Zöllner ganz hinten im Tempel stand, nicht einmal wagte aufzuschauen, stattdessen die ganze Zeit Gott um Gnade für sein sündhaftes Verhalten bat.
Somit steht das Urteil in erster Instanz durch den Griechen Lukas uns allen vor Augen, dass jener Zöllner als Gerechter nach Hause ging, der andere nicht.
Nun wird heute dieser Fall erneut aufgerollt:
Zuerst lässt der Richter den Staatsanwalt erneut sein Plädoyer halten.
Die Anwesenden erfahren im Grunde nichts Neues als dessen Einschätzung über die Verdorbenheit des Pharisäers.
Was mich nun aufhören lässt, sind die Worte der Verteidigung, die diesen Berufungsprozeß angeregt hat:
Hohes Gericht, sehr geehrte Anwesende: Den Worten des Pharisäers kann man natürlich Hochmut unterstellen. Das scheint ja gut zu passen, weil die Pharisäer längst in Verruf geraten sind. Nebenbei bemerkt war Jesus auch ein Pharisäer.
Hierzu sollte man wissen, dass Pharisäer von dem hebräischen Peruschim kommt, zu Deutsch abgesondert, heilig. So sonderten sie sich ab von Weltlichem und es ist richtig, dass er wie Lukas schildert für sich stand und betete – im Stillen. Darin dürfen wir nichts Verwerfliches sehen, denn hier sucht einer die Nähe zu Gott.
Was er nun betete kann man mit dem Ohr der Unterstellung so hören, wie die Anklage es versucht. Man kann es aber auch erst einmal ganz neutral hören.
So ist das Gebet des Pharisäers nichts anderes als die Fortführung eines Segensspruches aus dem Morgengebet in dem es heißt: Gelobt seist du Gott, unser Herr und Herr der Welt, der mich zum Israeliten gemacht hat. Gelobt seist du Gott, unser Herr und Herr der Welt, der mich nicht zu einem Knecht gemacht hat.
Gelobt seist du Gott, unser Herr und Herr der Welt, der mich nicht zu einem Weibe gemacht hat.
Zusammenfassend könnte man sagen: ich danke dir Gott und Herr der Welt, dass du mich einzigartig geschaffen hast.
In dieser Beschreibung der Einzigartigkeit, der Individualität jedes Menschen unterscheiden wir uns. Nur weil ich anders bin als Du, kannst Du Du sein und ich Ich.
An dieser Feststellung ist nichts Verwerfliches, eher eine Beschreibung der Welt, der Schöpfung in seiner Verschiedenheit.
Genauso könnte es der Zöllner beten oder eine Frau oder auch ein Knecht.
Und sie können dankbar sein, wenn sie die Gebote kennen.
Und so geht es mehr darum, wie ich dem, was ich bin, Richter oder Staatsanwalt oder Verteidiger, Pharisäer und Schriftgelehrter oder Zöllner oder Mann oder Frau, dass ich dem gerecht werde.
Hier nun kann man freilich auch etwas vom Herrn Zöllner lernen.
Der scheint über dies ziemlich bibelfest, zitiert er doch aus dem 51. Psalm: „Gott sei mir Sünder gnädig“ – das ist ein Bußpsalm und wird üblicherweise am Versöhnungstag gebetet.
Einer, der diesen Psalm betet, weiß um sich und dass er seiner Rolle nicht gerecht geworden ist, dass er unvollkommen ist und er erwartet alles von Gott: sei mir gnädig, wasche mich rein, schaff mir ein neues Herz, rette mich.
Einer, der die Nähe Gottes sucht betet so. Und wir wissen gar nicht, ob nicht auch der Pharisäer genau so weiter gebetet hat. Darum möchte ich, dass das pauschale Vorurteil gegen ihn aufgehoben wird.
Nach diesem eindrücklichen Plädoyer schaut mich der Richter an, als sollte ich ihm sagen, was nun gerecht, wer ein Gerechter ist.
Sehr geehrter Herr Richter höre ich mich sagen, ich mag kein Urteil über diesen oder jenen fällen obwohl ich es immer und immer wieder tue. Umso mehr weiß ich heute, dass mein Urteil oft ein Fehlurteil ist und ich immer und immer wieder hinschauen muss und mich fragen muss nach dem Weg der Gerechtigkeit. Und ich sollte mich fragen: wie werde ich meinem Menschsein gerecht. Wie kann mein Leben Bestand haben?
Der Richter schaut mich an und nickt. Und er sagt nur noch einen einzigen Satz mit dem alle gemeint sind als Antwort auf meine Fragen und Einsichten: Du kennst die Gebote und nun geh´ und lebe danach.
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus unserem Bruder. Amen.